大都会 – Die Metropole

Hongkong, die Stadt, die ich die ganze Zeit schon einmal besuchen wollte. Hongkong, die Metropole. Die ehemalige britische Kronkolonie. Das andere, demokratischere, vielleicht sogar westlichere China.

Auf Mandarin nennt man die Stadt Xianggang, „wohlriechender Hafen“, das kantonesische Pendant dazu ist Heungkong – oder eben Hongkong.

Meer gibt es hier tatsächlich, ich bin am Pazifik! Aber wohlriechend ist mein erster Eindruck nun wirklich nicht. Viel mehr aufregend, immerhin sehe ich nun all die Dinge in Wirklichkeit, von denen ich als Zehnjähriger geträumt habe. Dass all dies plötzlich real ist! Die bunten Schilder in der Nathan Road, der alte britische Uhrenturm am Hafen, die Star Ferries auf dem Meeresarm, die Bahn hinauf zum Peak, die beeindruckenden Hochhäuser, der Verkehr, die Menschen, …

Ich bin einmal mehr überwältigt. So eine große, hohe, farbige, widersprüchliche, pulsierende Stadt. So viel Kolonialgeschichte neben so viel Modernität. So viel Britisches mitten in Asien. So viel zu sehen, zu riechen, zu hören. So viel zu besichtigen, zu bestaunen, zu fotografieren. So viele Geschäftsleute, so viele geschäftig tuende Einheimische. So viel Geld, so viele Luxusautos, so viele Prada- und Gucci-Läden. So viel Weihnachtsdekoration bei 25 Grad. So viel, so viel, so viel.

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Erst einmal lade ich mein schweres Gepäck im Hotel ab (dazu vielleicht später mehr), dann wandere ich zum Meer, zum Pier. Ich werfe einen Blick auf den Hafen, der alles andere als wohlriechend daher kommt, dann besteige ich die uralte grüne Star Ferry und lasse mich auf die andere Seite des Meeresarms bringen, nach Hongkong Island.

Hier stehen nicht nur die meisten modernen Wolkenkratzer, sondern auch noch die meisten Zeugnisse der Kolonialvergangenheit. Dauernd schießen mir Gedanken durch den Kopf. „Mit der doppelstöckigen Straßenbahn muss ich unbedingt fahren!“ „Wie das alles wohl vom Berggipfel aus wirkt?“ „Wie lustig, eine anglikanische Kathedrale zwischen all den Bankzentralen!“

Also lasse ich mich treiben, besehe dies und das, nehme kaum den Finger vom Auslöser, und eigne mir so nach und nach die Metropole an.

Dana hatte mich vor der Abfahrt gewarnt: „Watch out, boy! You’re about to see the most amazing city in the world!“ Möglicherweise hatte er recht.

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