Die letzte Woche

China um den Jahreswechsel stellte sich doch etwas ungemütlich dar. Ich war durch den Trip nach Korea auf den Geschmack gekommen, der nächste bereits gebucht. Alle meine Stunden waren gehalten, die Klausuren innerhalb weniger Tage korrigiert. Die gesamte Uni machte sich bereit für die Ferien, die ersten Geschäfte schlossen bereits.

Draußen war es kalt, feucht und grau. Das Bild oben gibt nur eine ungefähre Vorstellung davon, wie ekelhaft es war. Dazu kam die Kälte, die in jede Ritze meiner Wohnung und bald auch in jeden Knochen meines Körpers kroch. Keine Heizung, keine Wärmedämmung, nur ein Stapel Pullover, etwas heißer Tee und mein Bett mit der Heizdecke. Ihr könnt euch vorstellen, zu welchen Zeiten ich aufgestanden bin, gerade als jede Klausur korrigiert und nichts weiteres zu tun war.

Und so fiel ich für den Rest der Woche in eine Art Winterschlaf, aus dem ich erst sonntags nachmittags wieder gerissen wurde. Das Packen stand an. Montags früh ging der Flug nach Südostasien – und damit raus aus der Lethargie.

Und genau dieses Flugticket war nötig, um den Bett-Moritz wieder in den guten alten Abenteurer-Moritz zu verwandeln. Die lange Winterpause und mit ihr Kambodscha, Thailand und weitere Ziele rufen! Endlich!

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Oh du fröhliche!

Mein allererstes Weihnachten in der Fremde!

Bisher hat es mich über die Feiertage immer ins gemütliche Elternhaus im Saarland verschlagen, diesmal ist das leider nicht drin. Weihnachten findet in China ausschließlich in Gestalt der Dekoration von Einkaufszentren statt – und da es in Pengshan nicht mal ein solches gibt, geht der Universitätsbetrieb natürlich erst recht weiter.

Wir haben es geschafft, an Heiligabend und dem ersten Weihnachtstag wenigstens nicht unterrichten zu müssen. Leider gibt es am Abend des 24. eine fröhliche „Show“ für alle Studenten, aber ich habe verweigert, dabei auf der Bühne mit einem Lied oder einer Tanzeinlage aufzutreten. Heiligabend ist und bleibt für mich Heiligabend, auch in China. Meinen amerikanischen Kollegen bleibt das nicht erspart. Ich gehe hingegen nur einmal kurz auf die Bühne, um dem Uni-Präsidenten säuerlich grinsend die Hand zu schütteln und mein Geschenk entgegen zu nehmen – eine Heizdecke. Mehr dazu später.

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Danach stürze ich schnell von der Bühne, vollende mein Weihnachtmenü, und wir machen es uns mit ein paar Flaschen Wein in meinem Wohnzimmer gemütlich. Später in der Nacht skype ich noch mit meiner Familie in Altforweiler und Jerusalem, und so ganz schlimm war es dann ja auch gar nicht, das Weihnachten in der Fremde.

Und hinreichend kalt war es auch. Im Gegensatz zu klassischen deutschen Weihnachten findet die Kälte hier nicht nur draußen, sondern auch in der Wohnung statt. Heizungen gibt es nicht. Eine wirklich unangenehme Wohnsituation, weshalb die geschenkte Heizdecke dankend angenommen wird. Ich habe mittlerweile sogar eine im Bett, die ich zum Einschlafen kurz zünde, damit ich nicht mit den Zähnen klappern muss. Hätte nie gedacht, dass mir das vor meinem siebzigsten Geburtstag passiert.

Zurück zu Weihnachten. Häufigste Frage: kommt den Weihnachtsstimmung auf?

Die Antwort: ja doch, tatsächlich. Ich hatte mir schon frühzeitig bei Ikea einen Plastikbaum zugelegt. Ich habe Plätzchen gebacken, sonntags vor Weihnachten die nette Weihnachtsfeier des deutschen Konsulats in Chengdu besucht, mit meinen Studenten Nikoläuse gebastelt, und dann sitzen wir gemütlich auf der Couch schauen Weihnachtsfilme, hören Weihnachtsmusik, schlagen uns den Bauch voll, und auch die Weihnachtsfeier mit meinen Deutschstudenten am 23. war wirklich schön und stimmungsvoll. Mir geht es also gut, darauf nen Bratapfel, und jetzt an alle: Frohe Weihnachten!

Sooo einen Kopf!

Als ich in Ulan-Ude aus dem mongolischen Zug steige, ist es bitterkalt und noch dunkel. Morgens sieben Uhr, ich stehe mitten in Sibirien und habe in der Nacht kaum geschlafen. Das Rattern des Zuges, die stundenlange Grenzkontrolle, die ständige Angst, meinen Ausstieg zu nachtschlafender Zeit zu verpassen.

Also verbringe ich erst einmal zwei Stunden im halb-wachen, halb-schlafenden Zustand in der Empfangshalle des Bahnhofs, dann erst durchschreite ich die Tür, die „Richtung Stadt“ verkündet.

Ulan-Ude ist die Hauptstadt der Teilrepublik Burjatien und eines der wenigen Zentren der Region jenseits des Baikalsees. Bis Moskau sind es von hier aus noch 4.400 Kilometer. Außerdem ist die Stadt gerade völlig vereist, und bei jedem Schritt werden meine Füße kälter. Ich wärme mich bei ohrenbetäubender russischer Popmusik im einzigen Café, das schon geöffnet hat. Es wirkt eher wie die russische Variante eines Diners, aber dafür kostet der Kaffee nur dreißig Cent, und ich kann einfach mal ein paar Seiten lesen.

Irgendwann geht mir die laute Musik doch auf die Nerven, und ich mache mich wieder auf in die Kälte. Sie schneidet mir schon nach wenigen Schritten wieder ins Gesicht, wie angenehm erscheint mir schon jetzt im Rückblick Ulaanbaatar. Gleich gegenüber des Cafés befindet sich das Wahrzeichen der Stadt – ein sieben Meter hoher Lenin-Kopf.

Stumm überblickt die größte Portraitbüste der Welt den Platz, auf dem gerade nicht viel los ist. Irgendwer hat ein paar Stofftiere zum Gedenken an die Opfer des Metrojet-Absturzes vor ein paar Tagen zu den Füßen des Revolutionsführers drapiert. Lenin schweigt auch dazu. Der Eiswind pfeift darüber. Wer hier unterwegs ist, beeilt sich, wieder ins Warme zu kommen. Ich schließe mich an, ein paar Kraftklub-Songs summend.

Mein Hotel entpuppt sich als erstes Haus am Platze. Das Zimmer ist okay und angenehm warm, ich lasse mir ein Bad ein und schaue einen Film, bevor ich wieder bereit für Entdeckungstouren bin. Dann führt mich ein ausgedehnter Spaziergang zunächst zum Theaterplatz, dann hinunter zum Ufer der beiden Flüsse Selenga und Uda.

Beide sind natürlich zugefroren, Eisangler laufen darauf herum. An den Iglu-Zelten erkennt man, wo sie ein Loch in den Panzer gehackt haben. Ein paar Kormorane, dazu am Horizont die Schornsteine der Industriekomplexe, die ungesund dicke Rauchwolken ausstoßen. Mehr bewegt sich nicht. Die winterliche Szenerie vor meinen Augen scheint ganz erstarrt zu sein. Dafür bietet die früh untergehende Sonne mit ihrem goldenen Glanz großartige Fotomotive.

Nicht erstarrt, aber ebenso fotogen ist auch die Siedlung aus Holzhäusern, durch die ich als nächstes laufe. Kinder spielen mit ihrem Schlitten, ein Jugendlicher holt Wasser am Dorfbrunnen. Der Wohlstand ist hier noch nicht groß, in dieser unwirtlichen Gegend, daran ändern auch die wenigen Industriekomplexe nichts. Sie sorgen allerdings für enorm schlechte Luft hier. Es wird außerdem immer dunkler und damit auch wieder kälter und kälter. Ich laufe noch ein wenig durch die Innenstadt, esse eine miserable Pizza und trinke lesen einen Milchkaffee in einem netten kleinen Café. Dann gehe ich früh zu Bett. Dort ist es warm, und außerdem muss ich am nächsten Morgen zu einer sehr unchristlichen Zeit am Bahnhof sein. Aber wer ein Ticket für die Transsib hat, beklagt sich darüber wirklich nicht!

Glas/Beton/Holz/Filz

Ulaanbaatar besteht offensichtlich aus vier Materialien. Sie stehen für unterschiedliche Baustile, unterschiedliche Epochen der mongolischen Geschichte, und nichtsdestoweniger existieren sie auch in der Gegenwart noch nebeneinander und bilden ein Gemisch, das einzigartig ist.

Südlich des zentralen Sukhbaatar-Platzes – auf dem das riesige Parlamentsgebäude und ein Freiheitsdenkmal daran erinnern, dass man sich in einer der wenigen Demokratien der Region befindet – schießen die gläsernen Hochhäuser aus dem Steppenboden. Ich spaziere gemeinsam mit Céline durch die Kälte, die normalerweise in der Pariser Banlieue Virensoftware programmiert, jetzt aber gerade von drei Wochen Urlaub in der westmongolischen Steppe zurückkehrt und ihren letzten Tag in Ulaanbaatar genießt. Die Kälte beißt immer noch in Hände und Gesicht, aber allmählich gewöhne ich mich daran. Außerdem ist es heute sonnig, und in diesem Licht sehen selbst die Hochhäuser schön aus.

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Weiter südlich und östlich, insbesondere jenseits des Flusses Tuul-gol, schließt sich der Beton an. Hier stehen noch Plattenbauten und Industriehallen aus sozialistischer Zeit, die jeglichen architektonischen Charme vermissen lassen. Noch ein Stück weiter führt der Weg allerdings einen Hügel hoch, und was hier oben aus Beton geschaffen wurde, sieht wie die Ruine einer Raketenabschussrampe aus. Von nahem betrachtet ist es ein Denkmal für die ruhmreichen kommunistischen Armeen im Zweiten Weltkrieg. In großformatigen Mosaiken wird die Freundschaft zwischen Mongolei und Sowjetunion dargestellt, komplett mit Hammer, Sichel, Landarbeitern, Kosmonauten und was noch so dazugehört. Besonders bemerkenswert ist aber eher die Aussicht, die man von hier oben vom Zaisan-Hügel auf die Stadt und die umliegenden Berge hat. Dabei fällt mir auch zum ersten Mal richtig deutlich die Smog-Glocke auf, die über dem Zentrum von Ulaanbaatar hängt und sich hier deutlich gegen den blauen Winterhimmel abzeichnet. Tausende Kohlefeuer in den Slums und der wilde Autoverkehr sorgen für konstanten Nachschub.

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Holz finde ich an vielen Orten der Stadt, besonders aber im Winterpalast des Bogd Khan. Er ist ein Meisterwerk der Holzschnitzerei und erinnert im Zuschnitt an die Verbotene Stadt in Peking, wenngleich viel kleiner und primitiver. Die Verbotene Stadt wirkte handwerklich doch deutlich perfekter, obwohl sie hunderte Jahre älter ist. Kaum zu glauben, dass einige der Gebäude und Ausstellungsstücke erst 120 Jahre alt sein sollen – sie wirken wie aus grauer Vorzeit. In den Nebengebäuden werden zahlreiche Stickereien, Kultstatuen und Gastgeschenke ausgestellt, außerdem Mobiliar der Khane, ihre gruselige Sammlung ausgestopfter Tiere und die Spielzeuge der Prinzen. Auch eine Jurte aus Leopardenfell befindet sich darunter, ein Kuriosum, das mir die Kehle zuschnürt. 150 Schneeleoparden wurden dafür geschlachtet.

Holz findet sich auch in den Lamatempeln wie dem Choijin, der schon von Hochhäusern umgeben ist. Er bewahrt mit seinen Pagoden, rituellen Masken und Bodhisattva-Statuen etwas Archaisches in der sich schnell wandelnden Stadt. An diesem Punkt meines Spaziergangs ist die Sonne allerdings schon hinter den Hochhäusern versunken, eisiger Wind pfeift durch die Höfe und schneidet mir in die Haut. Schnell mache ich mich auf die Suche nach einem Restaurant und bleibe dort, bis ich meine Füße wieder spüre.

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Dass ich so schnell ein sehr leckeres Restaurant gefunden habe, das statt der fleischlastigen mongolischen Küche ausschließlich vegan kocht (und dabei traditionelle Gerichte wunderbar neuinterpretiert), liegt am verbreiteten buddhistischen Glauben. Das vegane Restaurant, das ich mehrfach besuche, liegt in einem Meditationszentrum, nicht weit entfernt vom Tempelkomplex Gandan Khiid.

Dort begegne ich auch dem Filz, dem vierten und ursprünglichsten Material der Stadt. Gandan Khiid befindet sich auf einem Hügel westlich des Zentrums und liegt damit schon inmitten der Jurten-Slums. Das Gelände selbst ist eine Art mongolischer Vatikan, mit Tempeln und Datsanen, in denen Mönche studieren und beten. Ich erhasche einen Blick auf eines der Rituale und bin gleichzeitig angezogen vom monotonen Singsang der Mantras und abgestoßen davon, dass hier kleine Junge mit rasierten Köpfen und in Mönchskutten mitsingen müssen. Sie sehen nicht so aus, als hätten sie sich freiwillig dafür entschieden, Mönch zu werden, die Jüngsten schätze ich auf acht Jahre. Diese Kinder werden von ihren Familien in den Datsan geschickt, dabei gehören sie meiner Meinung nach erst mal in eine Schule.

Trotzdem packt mich eine Ehrfurcht vor dieser Mönchskultur, vor den Jurten und den Räucherstäbchen, vor der Mönchshochschule für traditionelle Medizin und der Statue der Göttin Janraisig im höchsten Tempel. Die goldene Statue ist 26 Meter hoch. Ihre Vorgängerin wurde von der Roten Armee eingeschmolzen, doch gleich nach der Demokratisierung brachten die Mongolen genug Spenden auf, um eine neue Statue zu errichten. Das zeigt, wie sehr die Tradition noch verwurzelt ist in diesem armen Land, das sich gerade in großer Geschwindigkeit in Richtung Moderne bewegt.

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Wohin genau die Reise geht, ist ungewiss. Die Nomaden ziehen in die Slums der Hauptstadt, zugleich entwickelt sich eine Mittelschicht. Westliche Konzerne fangen an, die Rohstoffe des Landes auszubeuten, zugleich wächst die lokale Wirtschaft rasch. Die Infrastruktur ist noch immer schlecht, wird aber rapide ausgebaut. Die traditionellen Clan- und Familienstrukturen lösen sich auf, der Buddhismus scheint weiterhin fest verwurzelt. Die Demokratie behauptet sich seit 1991, als eine der wenigen in dieser Region. Ich bin gespannt, wie sich die Mongolei weiter entwickelt, ob sie vielleicht bald stärker in unser Bewusstsein rückt als bisher. Aber ich wünsche ihr, dass sie sich das Miteinander von Glas, Beton, Holz und Filz bewahren kann.

U.B. In My Heart

Air China fliegt mich über Peking zu einem Flughafen mit dem irren Namen „Dschingis Khan International Airport“. Ich sitze mal wieder diverse Stunden im Flugzeug. Im Bordprogramm läuft Spongebob, fröhliche Späße mit einem sprechenden Schwamm, und die Konsistenz des vegetarischen Bordessens ist ganz ähnlich.

Aber ich werde entschädigt mit einem der traumhaftesten Landeanflüge, die ich bisher sehen konnte. Unter dem blauen Himmel schweben ein paar wenige Schäfchenwolken. Darunter karge Berge, so weit das Auge reicht. Die vorherrschenden Farben sind braun und ocker, mit einigen weißen Flecken dazwischen. Schnee!

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Wir nähern uns dem Flughafen von Ulaanbaatar, der Hauptstadt der Mongolei. Die ersten Jurtensiedlungen tauchen auf. Was ich auf den ersten Blick für pittoreske Camps halte, entpuppt sich schnell als Elendsviertel der Millionenstadt. Klar, wer bei Minusgraden am Stadtrand in der Jurte schlafen muss, der tut das nicht aus traditionellen Gründen oder weil es so schön aussieht, sondern weil er sich nichts anderes leisten kann.

Als ich aus dem Flughafengebäude trete, genieße ich die bittere Kälte beinahe. Im Flugzeug war es heiß und stickig. Hier ist die Luft klar, und es sind minus sechs Grad (gegenüber plus zwanzig gestern in Chengdu). Schnell sitze ich in einem illegalen Taxi in die Innenstadt. Ich habe den Fahrer auf 20.000 runtergehandelt – an die großen Zahlen auf den Geldscheinen werde ich mich erst gewöhnen müssen. Der mongolische Tögrög ist praktisch wertlos.

Erst einmal stehen wir im Stau, kauderwelschen ein wenig auf englischrussischmongolischchinesisch, und ich habe Zeit, mir ausgiebig die Umgebung zu betrachten. Ulaanbaatar, oft zu UB verkürzt, ist von schneebedeckten Bergen umgeben. Hier ist alles Steppe, kaum ein Baum ist zu sehen.

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Die Stadt selbst ist eine wilde Mischung aus einigen traditionellen Gebäuden, den Jurten der Elendsviertel, viel realsozialistischen Blocks sowie den Glaspalästen der Moderne. Auf den ersten Blick sieht man, wie viel sich hier im Umbruch befindet. Überall stehen Kräne. Häuser werden renoviert und gebaut, und ich frage mich nicht zum letzten Mal, wer sich in einem Land wie der Mongolei die Luxuswohnungen leisten soll. Es herrscht viel Verkehr und wenige Verkehrsregeln, die Mongolen bleiben eben ein wildes Reitervolk. Die meisten haben aber von Pferd und Kamel auf modernste Autos umgesattelt. Der Markt scheint fest in Toyota-Hand, mit ein paar koreanischen Farbtupfern. Ich bin erstaunt, wie viele topmoderne Hybrid-Prius man sieht. Aber das Steuer auf der unpraktischen rechten Seite verrät mir, dass es sich um Gebrauchtwagen aus Japan handeln muss.

Schließlich komme ich in meinem Hostel an, das sehr nett und gemütlich ist. Ich greife mir die Kamera und mache einen ausgedehnten Spaziergang durch die Kälte, über den zentralen Sukhbaatar-Platz, durch das Botschaftsviertel, rund um Bruchbuden und gläserne Hochhäuser. Ich erlaufe mir die neue Stadt, bis ich die Zehen nicht mehr spüre und die Kälte mir trotz Handschuhen, Mütze und Mantel in alle Körperteile kriecht. Seit die Sonne untergegangen ist, ist es noch einmal spürbar kälter geworden, also kehre ich zum überheizten Hostel zurück, koche ich mir eine riesige Portion Nudeln und gehe früh schlafen.

Aber ich muss sagen: ich habe mich von Anfang an hier sehr wohl gefühlt. Die Menschen sind freundlich, die Stadt spannend, die Sprache klingt wie eine Mischung aus Türkisch und Russisch – rückwärts gesprochen. Ich sehe schon, die Mongolei gefällt mir, und UB habe ich gleich ein wenig ins Herz geschlossen. Ich bin sehr gespannt auf die Entdeckungen der nächsten Tage!

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