香港的特征 – Hongkonger Besonderheiten

Den Nahverkehr in Hongkong teilen sich rote Taxis, öffentliche Busse mit grünen und roten Dächern (je nachdem, ob es festgelegte Haltestellen gibt), normale Vorortbahnen und Hochgeschwindigkeitszüge, die exzellente U-Bahn und natürlich die schon mehrfach erwähnten doppelstöckigen Straßenbahnen auf. Dazu gibt es noch ein paar Besonderheiten wie die Star Ferries oder erwähnte Rolltreppe, sodass die Stadt auch für Freunde des öffentlichen Verkehrswesens ein Mekka ist. Dazu gehöre ich ja bekanntlich.

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Die Straßenbahnen haben es mir besonders angetan. Es gibt zwar strenggenommen nur eine einzige Linie, die führt aber parallel zum Meer durch die Wolkenkratzer und bietet damit schon mal einen reizvollen Kontrast. Die Fahrten sind unglaublich billig, und das in einer Stadt, in der man sich sonst damit brüstet, welche Mondpreise man sich leisten kann. Außerdem sind die Fenster immer offen, die Bänke noch schön altmodisch aus Holz, und so unternehme ich einige Fahrten mehr, als eigentlich notwendig gewesen wären. Was die Sache nur noch schöner macht.

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Auch die Fahrten mit der Star Ferry habe ich sehr genossen. Auch sie verströmt kolonialen Charme, vor allem macht sie dem Reisenden aber ganz klipp und klar deutlich, dass er am Pazifik angekommen ist. Die grün-weißen Schiffe verbinden alle paar Minuten Kowloon auf dem Festland mit dem eigentlichen Stadtkern auf Hongkong Island und ermöglichen einem damit einige Minuten des Abschaltens, der Pause von all dem Gewusel, des puren Staunens und Glotzens und sind dadurch tausend Mal angenehmer als die viel schnellere Fahrt durch den schnöden U-Bahn-Tunnel.

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Hongkong leistet sich nicht nur eine eigene Währung, den Hongkong-Dollar (sein noch absurderes Pendant auf der anderen Seite des Perlflusses ist der Macao-Pataca, kurz MOP). Man hat auch noch Geldscheine aus Kunststoff mit transparentem Fenster, die sich in der Hand zwar reichlich komisch anfühlen, aber krasse Effekte vollbringen können.

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Die große Angst vor Infektionen wurde durch SARS und die Vogelgrippe sicherlich noch verstärkt. Fakt ist, dass wie in allen asiatischen Großstädten einige Menschen mit Mundschutz unterwegs sind, und dass man überall „Sterilized regularly“-Schilder findet. Nicht nur wie hier auf dem Türgriff eines Einkaufszentrums, sondern gerne auch auf den Handbändern von Rolltreppen. Man solle sich doch um Himmels Willen festhalten, das Ding sei schon einigermaßen keimfrei, das ist die Botschaft, die man hier ständig übermittelt bekommt.

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Luxus, wen wundert’s. Wenn im nominell kommunistischen Teil Chinas schon so hemmungslos geprotzt und mit Geld um sich geworfen wird, wie soll es dann erst in der kapitalistischen Enklave Hongkong aussehen?

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Die Essgewohnheiten in Hongkong lehnen sich natürlich an die kantonesische Küche an, und die macht vor keinem Tier halt. Wer auf dieser Speisekarte eines vegetarischen Restaurants ein tierfreies Gericht findet, dem gebe ich ein Essen in jenem Lokal aus.

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Überhaupt sind Chinesen beim Essen nicht so pingelig wie die spießigen Europäer. Die Handgriffe der Rolltreppe werden zwar täglich desinfiziert, aber das heißt nicht, dass das Essen nicht trotzdem auf den tropischen Straßen in der Sonne hängen darf. Platte getrocknete Enten, Fische, zerlegtes Rind – gegessen wird, was sich nicht wehrt, was kümmert uns die Kühlkette.

Nur der etwas teurere Seafood wird lebend angepriesen, in großen Aquarien auf der Straßenseite des Restaurants. Obige Königskrabbe misst bestimmt einen knappen Meter im Durchmesser, und der Rochen sowieso. Wichtig ist, dass es schön teuer ist, damit man der Begleitung imponieren kann – das hat Hongkong mit dem kommunistischen Bruder gemeinsam.

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Und schließlich: die ganz eigenen Comic-Helden des Hongkong-Kinos. Dieser hier ist die lokale James-Bond-Interpretation, aber auch sonst kann ich Hongkong-Filme empfehlen, besseren Action-Trash findet man nirgends auf der Welt.

Ich könnte diese Aufzählung noch weiterführen. Man sieht, diese Stadt ist ein Kosmos für sich.

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大都会 – Die Metropole

Hongkong, die Stadt, die ich die ganze Zeit schon einmal besuchen wollte. Hongkong, die Metropole. Die ehemalige britische Kronkolonie. Das andere, demokratischere, vielleicht sogar westlichere China.

Auf Mandarin nennt man die Stadt Xianggang, „wohlriechender Hafen“, das kantonesische Pendant dazu ist Heungkong – oder eben Hongkong.

Meer gibt es hier tatsächlich, ich bin am Pazifik! Aber wohlriechend ist mein erster Eindruck nun wirklich nicht. Viel mehr aufregend, immerhin sehe ich nun all die Dinge in Wirklichkeit, von denen ich als Zehnjähriger geträumt habe. Dass all dies plötzlich real ist! Die bunten Schilder in der Nathan Road, der alte britische Uhrenturm am Hafen, die Star Ferries auf dem Meeresarm, die Bahn hinauf zum Peak, die beeindruckenden Hochhäuser, der Verkehr, die Menschen, …

Ich bin einmal mehr überwältigt. So eine große, hohe, farbige, widersprüchliche, pulsierende Stadt. So viel Kolonialgeschichte neben so viel Modernität. So viel Britisches mitten in Asien. So viel zu sehen, zu riechen, zu hören. So viel zu besichtigen, zu bestaunen, zu fotografieren. So viele Geschäftsleute, so viele geschäftig tuende Einheimische. So viel Geld, so viele Luxusautos, so viele Prada- und Gucci-Läden. So viel Weihnachtsdekoration bei 25 Grad. So viel, so viel, so viel.

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Erst einmal lade ich mein schweres Gepäck im Hotel ab (dazu vielleicht später mehr), dann wandere ich zum Meer, zum Pier. Ich werfe einen Blick auf den Hafen, der alles andere als wohlriechend daher kommt, dann besteige ich die uralte grüne Star Ferry und lasse mich auf die andere Seite des Meeresarms bringen, nach Hongkong Island.

Hier stehen nicht nur die meisten modernen Wolkenkratzer, sondern auch noch die meisten Zeugnisse der Kolonialvergangenheit. Dauernd schießen mir Gedanken durch den Kopf. „Mit der doppelstöckigen Straßenbahn muss ich unbedingt fahren!“ „Wie das alles wohl vom Berggipfel aus wirkt?“ „Wie lustig, eine anglikanische Kathedrale zwischen all den Bankzentralen!“

Also lasse ich mich treiben, besehe dies und das, nehme kaum den Finger vom Auslöser, und eigne mir so nach und nach die Metropole an.

Dana hatte mich vor der Abfahrt gewarnt: „Watch out, boy! You’re about to see the most amazing city in the world!“ Möglicherweise hatte er recht.